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Ähnlich
wie beim Menschen haben auch Katzen in ihrem Blut-Plasma natürlich
vorkommende Antikörper gegen den jeweils anderen Bluttyp. Katzen mit
der Blutgruppe A haben nur schwache Antikörper gegen die Blutgruppe
B, dagegen haben Katzen mit der Blutgruppe B starke Antikörper gegen
die Blutgruppe A. Die Blutgruppe AB reagiert auf die Blutgruppe B ähnlich
wie die Blutgruppe A, jedoch in einer etwas abgeschwächteren Form.
Diese
Antikörper sind für die Hauptunverträglichkeits-Reaktionen
verantwortlich:
Sie
zerstören die roten Blutkörperchen bei Neugeborenen (Neonatale
Isoerythrolyse)
Die Babys
kommen gesund zur Welt, denn solange sie sich im Mutterleib befinden, besteht
keine Gefahr für sie. Obwohl sie über die Plazenta versorgt werden,
können keine Antikörper zu ihnen durchdringen.
Nach
der Geburt gibt es verschiedene Arten des Krankheitsverlaufes:
Manche
sterben plötzlich ohne irgendwelche Anzeichen innerhalb des ersten
Lebenstages,
andere
wiederum hören während der ersten drei Lebenstage auf zu saugen,
kümmern dahin und ihr Urin wird bräunlich-rot. Sie können
an Gelbsucht und/oder Anämie erkranken und sterben innerhalb der ersten
Lebenswoche. Einige saugen weiter und gedeihen gut ohne irgendwelche Anzeichen,
können aber dann innerhalb der ersten zwei Wochen ein Absterben der
Schwanzspitze erleiden. Die Erklärung für
diese Probleme liegt in der Muttermilch, über die das Immunsystem
der Mutter an die Jungtiere weitergegeben
wird. Die Darmwände der Jungtiere sind für ca. 24 Stunden durchlässig
und somit gelangen auch die mütterlichen Antikörper ins Blut
der Jungtiere. Es besteht jedoch nur Gefahr, wenn
die Mutter die Blutgruppe B und die Jungtiere die Blutgruppe A oder AB haben.
Als
Züchter kann man eine Blutgruppen-Unverträglichkeit verhindern,
indem man eine mit solchen Risiken verbundene Verpaarung vermeidet. Hieraus
zu schliessen ist, dass B-Kätzinnen nur mit B-Katern verpaart werden
sollten. Mittlerweile kann ein Labor in den Niederlanden den Anti-A-Titer
von B-Kätzinnen bestimmen. Fällt dieser niedrig genug aus, kann
eine B-Kätzin auch ohne Risiko Babys von einem A-Kater bekommen.
Es ist
also von immenser Wichtigkeit für einen Züchter, die Blutgruppen
seiner in der Zucht befindlichen Katzen zu kennen.
Falls
doch einmal eine Verpaarung Kater A - Kätzin B (mit hohem oder nicht
getestetem Anti-A-Titer!) vorgekommen ist, sollte man die Jungtiere unmittelbar
nach der Geburt (vor der ersten Aufnahme der Muttermilch!) von der Mutter
trennen und sie für ca. 24 Stunden von Hand mit Aufzuchtmilch füttern
oder sie zu einer Amme geben (Blutgruppe A!), die ziemlich zeitgleich Jungtiere
hat.
Es besteht
auch die Möglichkeit, die Blutgruppen der Jungtiere sofort nach der
Geburt und vor der
ersten
Nahrungsaufnahme mittels eines Testkartenverfahrens zu bestimmen. Dieses
hat den Vorteil, dass nur die Jungtiere mit der Blutgruppe A oder AB für
24 Stunden von der Mutter getrennt werden müssen. Jungtiere mit der
Blutgruppe B können bedenkenlos bei der Mutter bleiben. |